Allgemein

Vom Suchen und Finden meiner Berufung

By 23. August 2018 No Comments

Mein Leben war nicht immer perfekt. Als Kind und Jugendliche war ich extrem schüchtern und am liebsten war es mir, wenn ich nicht angesprochen wurde und alles um mich herum beobachten konnte.

Unsichtbar wollte ich sein. Und Gedanken lesen wollte ich können. Ich denk mal, weil ich mir dadurch ein Gefühl der Sicherheit erhofft hatte. Meine Schulzeit verlief völlig unspektakulär, bis auf die dreijährige Mobbingphase auf dem Gymnasium. Das verstärkte natürlich mein Unwohlsein in Gruppen.

Auf der Suche nach meiner Rolle in unterschiedlichsten Gemeinschaften, fand ich eine Rolle, die mir Sicherheit bot. Ich begann schon mit 12 Jahren als Co-Trainerin und leitete mit 14 Jahren erste Kindersportgruppen an. Ja, da wusste ich genau, was ich zu tun habe und diese Rolle war auch festgeschrieben. Nicht nur ich wusste, was ein „Trainer“ zu tun hat, auch alle anderen wussten das. Dieser soziale Rahmen gab mir die Sicherheit, etwas zu tun, was ich richtig gut fand. Und ich bekam sogar Geld dafür 😉 Im Grunde völlig paradox, dass ich in Gruppen als Mitglied nichts sage und gleichzeitig es liebe, Gruppen anzuleiten und in diesem Setting mich (auch lautstark) äußern mag.

Das lief dann ähnlich weiter: Abitur, Lehramt Mathe/Sport studiert (eigentlich wollte ich Psychologie studieren, habe mich aber alleine nicht getraut), den Mann fürs Leben kennengelernt, Referendariat, Klassenlehrerin und schwups war ich 30, bekam innerhalb von zwei Jahren zwei Kinder. Ich bin so dankbar für meine beiden kleinen großen Wunder! Sie haben mir gezeigt im Hier und Jetzt zu leben und zu verstehen, dass ich mein Leben proaktiv selber in die Hand nehmen darf.

In der Elternzeit begann ich verstärkt über mein Leben nachzudenken. Mein Leben war ok. Es plätscherte so dahin. Der absolute Augenöffner war dann die Frage: „Was macht mich eigentlich so richtig glücklich?“

Ich habe daraufhin mein ganzes Leben abgescannt und gefragt:

„Macht mich das glücklich?“

„Macht mich diese Jacke hier glücklich?“. „Ja“. Du darfst bleiben.

„Macht mich das Glas hier glücklich?“ „Nein“. Dann weg damit.

„Macht mich mein Mann glücklich?“ „Ja“. Den heirate ich 😉

„Macht mich die Arbeit als Lehrerin glücklich?“ …da kommt kein Ja… Oh, was für ein Eingeständnis! 7 Jahre in die Ausbildung investiert und erfolgreiche Klassenlehrerin, verbeamtet!! Das kann ich doch jetzt nicht aufgeben. WTF

Parallel dazu habe ich mich mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt und mehrmals gehört „Du bist ein Geschenk für die Welt“.

Was ist denn mein Geschenk für die Welt? Warum bin ich hier auf dieser Erde? Ich versuchte die Sinnfrage für mich herauszufinden.

Ich habe wirklich richtig richtig lange, länger als ein Jahr, das Internet durchsucht, mich über Methoden informiert und geschaut, was kann ich alles machen und tun um mein Geschenk für die Welt zu finden. Mit jeder neuen Methode dachte ich, jetzt, jetzt werde ich es gleich wissen. Dann wieder die Enttäuschung.

Ich habe es nicht gefunden.

Es war nicht da. Da habe ich irgendwann total frustriert aufgehört danach zu suchen.

Ich habe beschlossen mehr das zu tun, was mich glücklich macht und meine Stunden in der Schule auf ein Minimum reduziert. Bewusst habe ich mir Zeit gelassen und den Raum gegeben an meinen Kern zu gelangen.

Dann kam Ende 2017 aus meinem Herzen heraus ein Workshop. Es ist wirklich schwierig das zu beschreiben! Wie eine Idee, die sich in mir entfalten wollte. Sehr faszinierend.

Dann habe ich meine Mama und meine Schwester dazu gezwungen mit mir den Workshop zu machen. Weil ich ausprobieren wollte, wie das ist und weil es mir ein großes Bedürfnis war, diesen Workshop zu geben. Und jetzt halte dich fest! Als wir den Workshop das erste Mal getestet haben, haben wir unsere Geschenke für die Welt entdeckt. Völlig abgefahren! Es ist so verrückt. Dann mussten meine Freunde und Bekannte, sogar Nachbarn daran glauben und wurden zu dem Workshop, sagen wir mal…überredet 😉 Seitdem ist in meinem Umfeld eine Welle von Transformationen zu verzeichnen (von ‚kündigen‘ bis ‚unbezahlten Urlaub für drei Monate und nach Australien‘ zu ‚eine neue Ausbildung machen‘). Und ich natürlich mittendrin. Mein gesamtes Leben hat sich noch einmal gewendet. Jetzt verstehe ich erst, was für positive Auswirkungen es für mich hat, mein Geschenk für die Welt zu kennen:

  • Ich weiß welcher Beruf für mich zur Berufung werden kann.
  • Arbeiten gibt mir Energie und ich bin danach erfüllt und nicht erschöpft.
  • Ich schaffe (auch im Alltag) mehr Situationen, in denen ich im Flow bin.
  • Ich verstehe, warum ich bestimmte Menschen wie ein Magnet anziehe.
  • Ich kann meine Beziehungen aus einem anderen Blickwinkel sehen und mich bewusster von Energievampiren abgrenzen.
  • Ich kann bewusster Entscheidungen treffen (JA zu Dingen, die meinem Warum entsprechen).
  • Ich bringe mich immer mehr voll und ganz zum Ausdruck.

Auch wenn ich nicht das Gefühl hatte vorher unvollständig gewesen zu sein, so fühlt es sich doch jetzt so an, als wäre ich vollständiger und befreiter.

Ich schüttel den Kopf, wenn ich bedenke, dass es wirklich nur diese eine Antwort auf die Frage nach dem Geschenk für die Welt war, die in meinem Leben alles gedreht hat.

In Gruppen fühle ich mich nicht mehr so unwohl. Ich melde mich sogar freiwillig zu Wort 😉 Verblüffend, weil ich innerhalb nur eines Jahres viel selbstbewusster geworden bin.

Meine Strategien:

#1 Tipp: Stelle einen mentalen Türsteher ein, der alles in deinem Leben danach abscannt, ob es dich glücklich macht. Wenn JA, öffnet dein mentaler Türsteher die Tür und lässt es in dein Leben hinein.

#2 Tipp: SUCHE nicht alleine dein Geschenk für die Welt.

#3 Tipp: FINDE einen Freund, Partner, Herzensmenschen, der sich mit dir gemeinsam auf den Weg macht mit dir zusammen dein Geschenk für die Welt zu finden.

#4 Lebe bewusst ein Leben auf Grundlage deines Geschenkes für die Welt.

Was ich dir von Herzen noch sagen möchte: Bitte bitte bitte fange jetzt an, daran zu glauben und zu fühlen, dass du einzigartig bist! Dass du hier auf dieser Welt zu diesem Zeitpunkt an diesem Ort genau richtig bist. Du darfst deinen Platz einnehmen und dich zeigen, so wie du bist. Und der erste Schritt dazu ist, dass du dir darüber bewusst wirst, wer du bist bzw. wer du sein möchtest, was du kannst und was du willst.

Vielen lieben Dank, dass du diesen langen Text bis hier hin gelesen hast.

Eine Herzensumarmung für dich 💚

Vanessa Samara

Author kupfer-admin

More posts by kupfer-admin